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Friedrich Förner
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Friedrich Förner (auch Friderich und Forner oder Fornerus) (* um 1568 in Weismain; † 5. Dezember 1630 in Bamberg) war Generalvikar und Weihbischof in Bamberg. Er galt als „die Seele der Gegenreformation“ und war zugleich ein unerbittlicher Hexenverfolger im Hochstift Bamberg. Christianus Erdtmannus ist ein Pseudonym fĂŒr Friedrich Förner.

Contents

‱ Leben
‱ Schriften
‱ Rezeption
‱ Werke
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Herkunft und Ausbildung

Förners Vater hieß Ambrosius, ĂŒber seine TĂ€tigkeit in Weismain ist nichts bekannt. Von der Mutter kennt man nicht einmal den Namen. Da die PfarrbĂŒcher Weismains nicht ins 16. Jahrhundert zurĂŒckreichen, ist auch Förners Geburtsdatum ungewiss. In einer seiner Schriften gibt Förner selbst einen Hinweis auf die Zeit um 1570; sein Biograf Lothar Bauer vermutet das Jahr 1568, da dies am besten zu einer zeitgenössischen Altersangabe passt. Förners Vater war ursprĂŒnglich Lutheraner gewesen, konvertierte jedoch zum Katholizismus.

Förner hatte sechs Geschwister, drei BrĂŒder und drei Schwestern. Zwei seiner BrĂŒder, Johann und Andreas, studierten ebenfalls Theologie in Rom und wurden Priester. Johann († 1638) folgte 1614 Friedrich Förner als Pfarrverweser an der Oberen Pfarre in Bamberg und wurde schließlich Theologieprofessor in Ingolstadt, Andreas († 1629) ist als Autor von polemischen Traktaten gegen Lutheraner und Calvinisten bekannt geworden. Moritz († 1629 oder 1630) hingegen heiratete und lebte zeitweise in Bamberg. Alle drei Schwestern heirateten: Barbara († 1604) hatte eine Tochter, die als Nonne in das Dominikanerinnenkloster Heilig Grab zu Bamberg eintrat. Margarethe zog mit ihrem Ehemann nach Eggolsheim, Anna bekam „villfaltige Kinderlein“ und wurde deshalb in Förners Testament besonders bedacht. Von den Geschwistern sind ebenfalls keine Geburtsdaten und nur zum Teil Todesdaten bekannt.cite-ref-1[1]

Förner besuchte das Kollegiatstift in Forchheimcite-ref-2[2] und nahm 1588 ein Philosophiestudium an der eben wiedergegrĂŒndeten UniversitĂ€t WĂŒrzburg auf, wo er den Magistergrad erwarb. 1591 schrieb er dem neugewĂ€hlten Bischof von Bamberg, Neidhardt von ThĂŒngen, der 1584 Rector magnificus der UniversitĂ€t gewesen war, er wolle sich nun der Theologie zuwenden. Er wurde am Bamberger Priesterseminar, dem Seminarium Ernestinum, aufgenommen und erhielt im Lauf seines dortigen Studiums die niederen Weihen, 1593 auch die Weihen zum Subdiakon und Diakon.cite-ref-3[3] In diesem Jahr entsandte ihn Bischof Neidhardt zur weiteren Ausbildung an das Collegium Germanicum in Rom. Dort blieb er fĂŒnf Jahre lang. 1596 wurde er zum Priester geweiht und 1598 erwarb er den Grad eines Licentiaten der Theologie, kurz darauf auch den Doktorgrad an der UniversitĂ€t Perugia.cite-ref-4[4]

Erste AktivitÀten in Bamberg

Nach seiner RĂŒckkehr nach Bamberg erwies sich Förner schnell als radikaler Verfechter der Gegenreformation. Er machte sich noch 1598 gemeinsam mit Johann Kostenreutter im Auftrag des Bischofs an eine Visitation der Bamberger Diözese und berichtete Neidhardt ĂŒber lutherische Prediger in der NĂ€he von Weismain, die er fĂŒr höchst gefĂ€hrlich hielt. Insbesondere die Bewohner von Altenkunstadt wollten ihm zufolge nicht zum Katholizismus konvertieren und konnten auch durch Geldstrafen nicht dazu bewegt werden. Der Weismainer Kastner Moritz Neydecker besetzte daraufhin um Mitternacht mit einer großen Gruppe „wehrhafter BĂŒrger“ aus anderen Gemeinden den Ort und nahm die Einwohner gefangen. Förner selbst nutzte diese Situation aus, um die AltenkunstĂ€dter zur Beichte und Kommunion nach katholischer Lehre zu zwingen, wie er in einem Brief an den Bischof berichtete. Dieses gewaltsame Vorgehen ging selbst dem der Gegenreformation zugeneigten Neidhardt zu weit, und er befahl den Abbruch der Aktion und die Freilassung der Gefangenen.cite-ref-5[5]

Am 26. Dezember 1598 starb Förners Gönner, der Bischof Neidhardt von ThĂŒngen, der Förner sofort nach dessen RĂŒckkehr aus Rom in den „engsten Kreis seiner geistlichen Berater“ berufen und ihm auch ein Kanonikat zu St. Stephan verschafft hatte. Förner spendete ihm die Letzte Ölung und hielt die Leichenpredigten, die er 25 Jahre spĂ€ter drucken ließ. Der Nachfolger Neidhardts, Johann Philipp von Gebsattel, hielt wenig von den gegenreformatorischen AktivitĂ€ten und zeichnete sich eher durch religiöse Toleranz aus. Dies scheint zu einem Bruch in der bis dahin steilen Karriere Förners gefĂŒhrt zu haben.cite-ref-6[6]

Im Jahr 1599 wurde Förner Pfarrverweser zu Unserer Lieben Frau, also an der als „Obere Pfarre“ bekannten Bamberger Kirche, wo er bis 1613 blieb. 1603 wurde er zum Domprediger ernannt.cite-ref-7[7] Die PrĂ€dikatur war mit einer PfrĂŒnde verbunden. Da Gebsattel, nach Lothar Bauers Urteil, Förner „kein offizielles Mitspracherecht in Angelegenheiten des Hochstifts einrĂ€umen“ wollte,cite-ref-8[8] pflegte Förner zunĂ€chst seine Beziehungen zu denjenigen katholischen FĂŒrsten, die fĂŒr Gegenreformation und Rekatholisierung eintraten, insbesondere dem WĂŒrzburger FĂŒrstbischof Julius Echter von Mespelbrunn und dem Herzog von Bayern Maximilian, der ihn 1604 auch in seinen Rat aufnahm.cite-ref-9[9] 1608 ernannte ihn sogar der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Rudolf II. zu seinem Rat,cite-ref-10[10] wohl auf Vorschlag Maximilians.cite-ref-11[11]

Der Konflikt mit Johann Schöner

Der politische Konflikt zwischen dieser „bayerisch-wĂŒrzburgischen Partei“, als deren Vertrauensmann Förner in Bamberg galt,cite-ref-12[12] und Gebsattel brach offen aus, als der Bamberger Weihbischof Johann Ertlin im FrĂŒhjahr 1607 starb. Das Bamberger Domkapitel wĂ€hlte auf Vorschlag Gebsattels als Ertlins Nachfolger Gebsattels Generalvikar Johann Schöner, einen Theologen im gleichen Alter wie Förner, der ebenfalls am Collegium Germanicum in Rom studiert hatte. Es schloss sich eine heftige Auseinandersetzung zwischen Schöner und Förner an, die von beiden Seiten mit allen Mitteln gefĂŒhrt wurde, unter anderem schriftlichen Denunziationen in Rom, Überwachung der Post sowie Beschuldigungen finanzieller UnregelmĂ€ĂŸigkeiten und des Konkubinats. Die Ernennung Schöners als Bischof durch Papst Paul V. ließ daher auf sich warten und erfolgte erst am 28. Juli 1608.cite-ref-13[13] Am 11. Januar 1609 erhielt Schöner die Bischofsweihe. Damit waren die Auseinandersetzungen aber nicht beendet, da es bereits Versuche gab, in Rom eine Absetzung Gebsattels „wegen seines schĂ€ndlichen Lebenswandels und seiner Lahmheit im Glauben“ zu erwirken, unter anderem betrieben durch den WĂŒrzburger FĂŒrstbischof und den bayerischen Herzog.cite-ref-14[14] Dies erĂŒbrigte sich am 26. Juni 1609, als Gebsattel starb, wĂ€hrend Schöner noch auf der RĂŒckreise von einer Romfahrt war.cite-ref-15[15]

Innerhalb eines Monats wurde Johann Gottfried I. von Aschhausen, ein prominenter Vertreter der bayerisch-wĂŒrzburgischen Partei, in Bamberg zum neuen Diözesanbischof und FĂŒrstbischof gewĂ€hlt. Er entsandte Förner nach Rom, um die pĂ€pstliche BestĂ€tigung zu erhalten und stellvertretend fĂŒr ihn den Ad-limina-Besuch vorzunehmen, was noch im Jahr 1609 gelang. Aschhausen ernannte Förner umgehend zu seinem Generalvikar und entsandte ihn 1610 auch, gemeinsam mit dem Dompropst Johann Christoph Neustetter, zu den Verhandlungen ĂŒber den Beitritt des Hochstifts Bamberg zur Katholischen Liga, die sie erfolgreich fĂŒhrten. Zudem strebte Aschhausen auch danach, Schöner als Weihbischof durch Förner zu ersetzen. DafĂŒr war er auf die römische Kurie angewiesen, die jedoch auf Vermittlung zwischen Aschhausen und Schöner setzte. Es kam schließlich im FrĂŒhjahr 1612 zu einer Einigung: Schöner, der bereits Ende 1609 eine weitere Romreise unternommen hatte und von dort nicht nach Bamberg zurĂŒckgekehrt war, sondern sich zunĂ€chst in Augsburg und dann in NĂŒrnberg aufhielt, sollte seine BischofswĂŒrde behalten, aber auf das Weihbischofsamt in Bamberg verzichten und dafĂŒr finanziell entschĂ€digt werden.cite-ref-16[16]

Bereits im Dezember 1611 schlug Aschhausen Förner als neuen Weihbischof in Bamberg vor. Aufgrund der vorangegangenen Konflikte zog sich das BestĂ€tigungsverfahren in Rom bis September 1612 hin, war aber erfolgreich. Am 7. Oktober 1612 wurde Förner zum Bischof geweiht und erhielt als Titularbistum das Bistum Hebron. Das mit dem Weihbischofsamt in Bamberg bisher verbundene Titularbistum Athyra verblieb bei Schöner. Am 11. November 1613 ĂŒbernahm Förner auch die Pfarrei St. Martincite-ref-17[17], die seit dem 15. Jahrhundert durch eine pĂ€pstliche Bulle institutionell mit dem ursprĂŒnglich undotierten Weihbischofsamt verbunden war, um dem Weihbischof ein Einkommen zu verschaffen. Der Papst Paul V. sicherte Förner zudem eine jĂ€hrliche Pension fĂŒr das Weihbischofsamt zu. Förner blieb Generalvikar, gab aber 1613 seine Pfarrverweserstelle an der Oberen Pfarre und 1614 sein Dompredigeramt auf. Mit seinen Einnahmen, die noch durch ein Benefizium in Pottenstein sowie ein Kanonikat in Forchheimcite-ref-18[18] vermehrt wurden, konnte er nun auch Grundbesitz erwerben, nĂ€mlich die Curia Libhardi in der ImmunitĂ€t St. Stephan.cite-ref-19[19]

Als Generalvikar und Bischof

Förner begann umgehend mit Arbeiten im Sinne der Rekatholisierung und katholischen Reform. Bereits 1609 erstellte er fĂŒr den Informativprozess Aschhausens, d. h. das Verfahren zu dessen pĂ€pstlicher BestĂ€tigung, einen umfangreichen Bericht ĂŒber den Zustand des Bistums („relatio status“), in dem er ein Anliegen ansprach, das ihn bis an sein Lebensende beschĂ€ftigte: die Rekatholisierung der protestantischen Reichsstadt NĂŒrnberg, die kirchenrechtlich zur Diözese Bamberg gehörte, sich aber aufgrund ihrer politischen SelbststĂ€ndigkeit dem Einfluss des Hochstifts entzog. Förner schlug dem Papst vor, durch ein Embargo der Hochstifte Bamberg und EichstĂ€tt den NĂŒrnbergern die Nahrungsmittelzufuhr abzuschneiden und sie so durch Hungersnot zur Wiederzulassung katholischer Gottesdienste zu zwingen. Dieser drastische Plan wurde aber nicht aufgegriffen, da er politisch undurchfĂŒhrbar schien.cite-ref-20[20]

1611 konnte Förner ein Vorhaben umsetzen, das er bereits unter Bischof Neidhardt begonnen hatte, damals aber abbrechen musste, nĂ€mlich eine Visitation der katholischen Gemeinden im Hochstift. Er stellte einen umfassenden Anforderungs- und Fragenkatalog zusammen und fĂŒhrte die Visitation in etwa der HĂ€lfte der Gemeinden im Juni und Juli 1611 durch. Es war die erste solche Visitation seit 80 Jahren. Ziel war es, protestantische Pfarrer und GlĂ€ubige zur Konversion zu bringen oder auszuweisen, aber auch die Pfarreien zu kontrollieren. In seinem Bericht gab sich Förner erschĂŒttert ĂŒber die MissstĂ€nde, die seiner Ansicht nach dort herrschten: Die Sakramente wĂŒrden in vielen Orten nicht gespendet, die Heiligenverehrung sei im Verfall begriffen, evangelische PrĂ€dikanten hielten Gottesdienste, die Pfarrer nutzten ketzerische BĂŒcher, lĂ€sen die Messe nicht gemĂ€ĂŸ den katholischen Vorgaben und lebten im Konkubinat. Heidnische Riten, Wahrsagerinnen, Besprecherinnen und Hexen seien ĂŒberall anzutreffen, vor allem an Orten, wo der Protestantismus stark vertreten sei. Förner ergriff umgehend organisatorische Maßnahmen, um eine stĂ€ndige Kontrolle der Pfarreien zu ermöglichen: Er entwarf eine Neuordnung der Landkapitel, Statuten fĂŒr diese und ein Pflichtenbuch mit umfassenden Aufgabenkatalogen. Zudem bildete er den Geistlichen Rat des Hochstifts zu einer festen Institution aus und entwarf einen Aufgabenkatalog fĂŒr die Mitglieder.cite-ref-21[21]

Bei diesen Vorhaben stieß Förner auf erhebliche WiderstĂ€nde von Seiten der Gemeinden, der Geistlichen, der Orden und des Adels. Insbesondere die zum Bistum gehörigen reichsritterschaftlichen Territorien zeigten wenig Neigung, sich dem Katholisierungsprogramm anzuschließen.cite-ref-22[22] So gestaltete sich das Vorgehen langwierig und beschĂ€ftigte den Weihbischof und Generalvikar viele Jahre lang. Zwar konnte er auf RĂŒckhalt bei den FĂŒrstbischöfen Aschhausen und Johann Georg II. Fuchs von Dornheim bauen, die ihm immer wieder auch Zwangsmittel zur VerfĂŒgung stellten. Doch erforderten die gegenreformatorischen AktivitĂ€ten starken persönlichen Einsatz, etwa mehrfache Inspektionsreisen und die Durchsetzung und Abhaltung von Ruralsynoden in den Landkapiteln, und beanspruchten einen großen Teil seiner Zeit. Nachdem Aschhausen 1617 zusĂ€tzlich Bischof von WĂŒrzburg und FĂŒrstbischof des Hochstifts WĂŒrzburg geworden war, hielt er sich ĂŒber lĂ€ngere Zeiten in WĂŒrzburg auf, sodass Förner weitgehend allein fĂŒr das Bamberger Bistum zustĂ€ndig war,cite-ref-23[23] und dies unmittelbar vor dem Beginn des DreißigjĂ€hrigen Kriegs.

Als Beispiel fĂŒr die Konflikte, die Förner mit seinem unnachgiebigen Vorgehen heraufbeschwor, fĂŒhrt Lothar Bauer VorgĂ€nge um das Dominikanerinnenkloster Heilig Grab zu Bamberg 1613 bis 1615 an. Aschhausen hatte eine jĂ€hrliche Rechnungslegung des Klosters, ein Examen fĂŒr Novizinnen nach den Regeln des Konzils von Trient sowie eine verschĂ€rfte Klausur des Klosters verlangt; Förner hatte den Auftrag, dies notfalls mit Gewalt durchzusetzen. Er sorgte dafĂŒr, dass den Nonnen ein von Aschhausen bestimmter Vogt aufgezwungen wurde, doch deren Widerstand dauerte an. Die Nonnen brachten nun vor, Förner habe gedroht, sie samt ihrer Priorin in Haft zu nehmen, worauf Förner die Urheberin dieser Aussage zu identifizieren suchte. Erst nachdem sich das Domkapitel eingeschaltet hatte, das ein solches Vorgehen als KompetenzĂŒberschreitung betrachtete, kam es zu einer Beruhigung des Konflikts; Förner gab an, das Inhaftierungsvorhaben sei ein „bloßes GerĂŒcht“ gewesen.cite-ref-24[24]

Im Dezember 1622 starb Aschhausen. Förner hielt die Leichenpredigten fĂŒr ihn und verfasste im Jahr darauf einen FĂŒrstenspiegel, in dem er Aschhausen und Neidhardt von ThĂŒngen als Musterbeispiele geistlicher FĂŒrsten pries.cite-ref-25[25] Die DurchfĂŒhrung der formellen Zeugenbefragung (also des Informativprozesses) fĂŒr den vom Domkapitel gewĂ€hlten Nachfolger, Johann Georg Fuchs von Dornheim, ĂŒbertrug Papst Gregor XV. dem Weihbischof Förner. Der Prozess verlief reibungslos und noch 1623 ernannte der neue Papst Urban VIII. Fuchs von Dornheim zum Bamberger Bischof. Dornheim setzte das gegenreformatorische Programm Aschhausens und Förners fort, radikalisierte aber vor allem die Hexenverfolgung.cite-ref-26[26]

Hexenverfolgung

Den Hexenverfolgungen im Hochstift Bamberg, die in den Jahren 1612 bis 1630 in drei großen Wellen stattfanden, sind nach aktuellen Forschungen mindestens 884, wahrscheinlich etwa 1000 Personen zum Opfer gefallen. Davon entfallen ĂŒber 600 auf die letzte Welle zwischen 1626 und 1630, in der erstmals auch eine große Zahl von AmtstrĂ€gern in der Stadt Bamberg hingerichtet und verbrannt wurde, bis hin zum Kanzler des FĂŒrstbischofs, Georg Haan.cite-ref-27[27]

Friedrich Förner gilt als eine „SchlĂŒsselfigur“cite-ref-28[28] dieser Verfolgungen. Der „grimme Hexenverdammer“cite-ref-29[29] wird in der Literatur als „einer der geistigen Urheber der Bamberger Hexenprozesse“cite-ref-30[30] bezeichnet, Wolfgang Behringer nannte ihn den „bösen Geist der Verfolgung“.cite-ref-31[31] Diese Urteile stĂŒtzen sich vor allem auf sein 1625 gedrucktes Werk Panoplia armaturae dei, eine Sammlung von 35 Hexenpredigten in lateinischer Sprache, die er wohl großenteils in den Jahren 1621 und 1622 auf Deutsch in seiner Pfarrkirche vorgetragen hat.cite-ref-32[32] Das Werk trĂ€gt eine Widmung an Johann Christoph von Westerstetten, den FĂŒrstbischof des Hochstifts EichstĂ€tt, der maßgeblicher Akteur der Hexenverfolgung in der FĂŒrstpropstei Ellwangen und im Hochstift EichstĂ€tt war. Förner attestierte Westerstetten in der Widmungsschrift, dass er in Ellwangen und EichstĂ€tt den teuflischen Götzenwahn rĂŒcksichtslos mit Stumpf und Stiel ausgerottet habe und dieses Werk noch heute energisch fortsetze.cite-ref-33[33] Die Predigten der Panoplia beschrieben die verschiedenen Arten der Hexerei und die geistlichen Heilmittel dagegen, von der Beichte bis zum Exorzismus. Als AutoritĂ€ten fĂŒhrte Förner neben der Bibel und den KirchenvĂ€tern auch zeitgenössische Hexentheoretiker an, insbesondere Martin Delrio, dessen Disquisitionum magicarum libri sex (1599/1600) er in weiten Teilen folgte.cite-ref-34[34] Zudem streute er eigene Erfahrungen ein, oft verbunden mit direkten Ermahnungen an die Bamberger BĂŒrger, sich vom Hexenwerk fernzuhalten, und an die von Gott eingesetzte Obrigkeit, dieses Übel unnachsichtig und rĂŒcksichtslos zu vernichten.cite-ref-35[35] Besonders der Teufelspakt spielte hier eine große Rolle.

Britta Gehm geht davon aus, dass diese Predigten suggestive Wirkungen entfalten konnten. Sie gibt ein Beispiel: Förner schrieb in der neunten Predigt, er habe persönlich einen Jungen gekannt, dem nach der LektĂŒre der Historia von D. Johann Fausten der Teufel in sichtbarer Gestalt erschienen sei. Dieser habe ihm gegen eine Verschreibung mit dem eigenen Blut die FĂ€higkeit des Hexenflugs versprochen und ihn auch tatsĂ€chlich auf einen Flug nach NĂŒrnberg mitgenommen. Diese Verschreibung habe man unter Anwendung aller verfĂŒgbaren geistlichen Mittel dem Teufel wieder entreißen können. Förner schloss die Mahnung an, die FamilienvĂ€ter sollten solche magischen BĂŒcher ihren BeichtvĂ€tern ĂŒbergeben, damit sie und ihre Familien vor diesem Übel bewahrt blieben.cite-ref-36[36] Eine sehr Ă€hnliche Geschichte tauchte im Juni 1627 in dem HexereigestĂ€ndnis eines VierzehnjĂ€hrigen auf. Eine Magd, die unter der Folter diese Geschichte bestĂ€tigt hatte, widerrief ihr GestĂ€ndnis spĂ€ter mit dem Hinweis, sie habe die Anregungen zu ihrer Aussage fĂŒnf Jahre zuvor bei einer Predigt Förners in St. Martin erhalten.cite-ref-37[37]

Die DurchfĂŒhrung der Hexenprozesse selbst oblag den weltlichen Instanzen des Hochstifts, Förner hatte nicht unmittelbar damit zu tun.cite-ref-38[38] Doch gibt es einige Hinweise darauf, dass er gelegentlich auch praktisch in die Verfolgungen eingriff.cite-ref-39[39] Bei einer Kronacherin, die 1622 von der fĂŒrstbischöflichen „Malefizkommission“ wegen Hexerei zum Tod verurteilt worden war, ordnete der Weihbischof zusĂ€tzlich einen Exorzismus an.cite-ref-40[40] Und ein Beschuldigter in einem Hexenprozess von 1627 gehörte dem geistlichen Stand an, ihm mussten daher seine Standesprivilegien entzogen werden, bevor er der weltlichen Hexenjustiz unterworfen werden konnte. In diesem Degradationsprozess vertrat Förner federfĂŒhrend die Anklage und leitete zugleich das urteilende Kollegium, das dem Angeklagten die geistlichen WĂŒrden entzog.cite-ref-41[41] In der Literatur heißt es auch mehrfach, das Bamberger HexengefĂ€ngnis, das Drudenhaus, sei auf Anregung Förners gebaut worden;cite-ref-42[42] fĂŒr diese Angabe gibt es allerdings keinen Quellenbeleg, sie stammt wohl ursprĂŒnglich von Max Bauer.cite-ref-43[43]

1628 wurde Förner von unbekannter Seite selbst als Hexer denunziert, ebenso wie der Dompropst Johann Christoph Neustetter genannt StĂŒrmer. Nach der Reaktion des FĂŒrstbischofs Fuchs von Dornheim zu schließen, scheint dieser eine einflussreiche Person mit Verbindungen an die Höfe in MĂŒnchen und Wien hinter dieser Beschuldigung vermutet zu haben. Er schrieb an die BeichtvĂ€ter des Bayernherzogs und des Kaisers, Adam Contzen und Wilhelm Lamormaini, um jeder VerdĂ€chtigung Förners vorzubauen, und betonte zudem, Förner setze sich vielmehr in höchstem Maße fĂŒr die Ausrottung der Hexerei ein. Die Denunziation hatte fĂŒr Förner keine Folgen.cite-ref-44[44]

Die letzten Monate

Der FĂŒrstbischof Fuchs von Dornheim entsandte Förner im September 1630 zum Regensburger KurfĂŒrstentag. Dabei ging es in erster Linie um die Durchsetzung des Restitutionsedikts, das Kaiser Ferdinand II. im Vorjahr erlassen hatte. Das Edikt zielte darauf, den konfessionellen Stand des Passauer Vertrags von 1552 wiederherzustellen, was bedeutet hĂ€tte, die RĂŒckgabe aller seitdem von protestantischen StĂ€nden in Besitz genommenen kirchlichen GĂŒter zu erzwingen. Fuchs von Dornheim war vom Kaiser mit der Leitung der Kommission betraut worden, die das Edikt im frĂ€nkischen Reichskreis durchsetzen sollte.cite-ref-45[45]

Förner strebte auf dem KurfĂŒrstentag vor allem danach, mithilfe der Reichsinstanzen die Teile der Diözese Bamberg, die nicht unter der politischen Gewalt des Hochstifts standen und protestantisch geprĂ€gt waren, zum Katholizismus zurĂŒckzufĂŒhren. Es ging dabei um die Reichsstadt NĂŒrnberg, fĂŒr deren Rekatholisierung er bereits 1609 drastische VorschlĂ€ge gemacht hatte, das Markgraftum Brandenburg-Bayreuth und die reichsritterschaftlichen Gebiete des frĂ€nkischen Reichskreises. Wegen ihrer Reichsunmittelbarkeit bestanden dafĂŒr aber kaum realpolitische Aussichten, zumal der Kaiser im Verlauf des KurfĂŒrstentags aufgrund der Opposition der ReichsfĂŒrsten genötigt war, das Restitutionsedikt auszusetzen, und bereits ein schwedisches Heer unter Gustav II. Adolf in Pommern gelandet war. Förner konnte nichts Fassbares erreichen.cite-ref-46[46]

Fuchs von Dornheim hatte auch eine Abordnung aus seinem weltlichen Hofrat nach Regensburg entsandt, um seine Hexenprozesse gegenĂŒber dem Reichshofrat zu rechtfertigen, womit die Delegierten allerdings erfolglos blieben. Ob Förner auf seinen Audienzen beim Kaiser auch dieses Thema angesprochen hat, ist nicht bekannt; es existiert jedoch eine Quelle, die angibt, dass er die vornehmsten ReichshofrĂ€te ĂŒber dieses Thema informierte.cite-ref-47[47]

Mitte November 1630 kehrte Förner nach Bamberg zurĂŒck. Am 5. Dezember starb er, die Todesursache ist unbekannt. Er wurde in seiner Pfarrkirche St. Martin begraben, wie es bei den Bamberger Weihbischöfen ĂŒblich war. Sein Epitaph berichtete, dass er durch seinen fleckenlosen Wandel, durch Eifer fĂŒr die Religion, durch seine Gesandtschaften, durch die Weisheit seiner RatschlĂ€ge, durch den lebhaften Vortrag des Wortes Gottes und durch seine Schriften der Welt bekannt war.cite-ref-48[48] Bei der SĂ€kularisation und dem Abriss der Kirche 1805 wurde die Grabtafel zerstört, die Worte sind jedoch in mehreren Abschriften ĂŒberliefert.

Wirken und Rezeption

Schriften

Förner galt bereits seit seiner Studienzeit in Rom als hervorragender Prediger. Er war von 1594 bis 1598 stĂ€ndiger Prediger fĂŒr die PĂ€pstliche Schweizergarde.cite-ref-49[49] Gewöhnlich entwarf er ein lateinisches Konzept fĂŒr seine Predigten, gehalten hat er sie dann zumindest spĂ€ter, in seiner Bamberger Zeit, in der Volkssprache, also auf Deutsch.cite-ref-50[50]

Predigtsammlungen und Reden

Ein erheblicher Teil seiner zahlreichen Veröffentlichungen bestand denn auch aus lateinischen Predigtsammlungen, die er teilweise erst viele Jahre nach dem mĂŒndlichen Vortrag drucken ließ.cite-ref-51[51] So hat er etwa die Sermones Tricesimales (gedruckt 1627) zu Beginn seiner Bamberger TĂ€tigkeit an der Oberen Pfarre gehalten, also fast 30 Jahre zuvor. Es handelte sich um Predigten zur Marienverehrung, vorgetragen als Festpredigten in der Zeit des sogenannten Frauendreißigers im August und September, zwischen den Festen MariĂ€ Himmelfahrt und MariĂ€ Namen. Auch die 102 Predigten ĂŒber Psalm 50, die 1619 unter dem Titel Rex hebronensis („der König von Hebron“, gemeint ist David; Förner war Titularbischof von Hebron) erschienen, waren laut der Vorrede schon 20 Jahre alt. Gar 214 Predigten ĂŒber die Passion Christi enthĂ€lt das zweibĂ€ndige Werk Paradisus Malorum Punicorum, cum Pomorum Fructibus (1623 und 1626), das im Titel auf das Hohelied anspielt („Ein Lustgarten von GranatĂ€pfeln nebst edlen FrĂŒchten“); es handelt sich gemĂ€ĂŸ Patrizius Wittmann um Kanzelreden aus seiner Dompredigerzeit.cite-ref-52[52] Die Sermones de natura sanctorum angelorum (gedruckt 1627) bestanden aus 30 Predigten zur Natur und den Eigenschaften der Schutzengel, gehalten wohl 1626/1627; Förner widmete sie Fuchs von Dornheim, der das Schutzengelfest 1626 in der Diözese eingefĂŒhrt hatte. In der Widmung sprach er die Hoffnung aus, durch die FĂŒrbitte der heiligen Schutzengel werde auch jener „fluchwĂŒrdige Teufelsdienst der Zauberer und Hexen völlig ausgerottet werden“, gegen den der FĂŒrstbischof „das Schwert der Gerechtigkeit nach GebĂŒhr und Amtspflicht gebrauche“.cite-ref-53[53] Zu den Predigtsammlungen gehörten schließlich auch die 35 „entsetzlichen Hexenpredigten“cite-ref-54[54] in der Panoplia armaturae dei, „Gottes vollstĂ€ndiger WaffenrĂŒstung gegen jeglichen Teufelsdienst des Aberglaubens“, gedruckt 1625.

Zwei weitere Werke Förners gingen ebenfalls aus Konzepten fĂŒr mĂŒndliche VortrĂ€ge hervor. Duo Specula Principis Ecclesiastici (gedruckt 1623) versammelte seine Leichenpredigten fĂŒr die FĂŒrstbischöfe Neidhardt von ThĂŒngen und Johann Gottfried von Aschhausen und fasste sie in die Form zweier FĂŒrstenspiegel, also Beispiele der Tugenden von (in diesem Fall: geistlichen) FĂŒrsten. Das Werk bietet eine FĂŒlle von biografischen Einzelheiten fĂŒr diese Bischöfe und ist daher eine bedeutsame Quelle fĂŒr die Geschichtsforschung. Dieter J. Weiß bemerkt, dass die Darstellung nach Mustern der Heiligengeschichtsschreibung gestrickt ist. So soll Aschhausens Mutter bereits wĂ€hrend ihrer Schwangerschaft ihr Sohn in Pontifikalien erschienen sein.cite-ref-55[55] Panegyris votiva gratulatoria (gedruckt 1620) basiert auf einer 1619 im Dom gehaltenen feierlichen Ansprache zu Ehren des neu gewĂ€hlten Kaisers Ferdinand II., von dem er sich „den großen entscheidenden Schlag gegen alle Nichtkatholiken, den Sieg der katholischen Kirche“ im Reich erhoffte.cite-ref-56[56]

Deutschsprachige Polemiken im Glaubenskampf

Förners erste veröffentlichte Schrift war 1599 eine deutschsprachige Polemik zur Rechtfertigung des anstehenden Jubeljahrs 1600 und des damit verbundenen vollstĂ€ndigen Ablasses gegen die „falsch erdichtete(n) Calumnien“ (Verleumdungen) der „Lutheraner und Calvinisten“. Er stĂŒtzte sich dabei vor allem auf die Argumente von Robert Bellarmin und zitierte ausgiebig aus Martin Luthers Schrift Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche, um deren WidersprĂŒchlichkeit darzulegen. Das Werk wirkte provozierend auf die protestantischen Theologen, nicht so sehr wegen seines Inhalts wie wegen seiner Veröffentlichung in der Volkssprache Deutsch,cite-ref-57[57] eine Form, die im 16. Jahrhundert hauptsĂ€chlich die DomĂ€ne der Protestanten gewesen war. So erschien im Folgejahr eine Gegenpolemik des Augsburger Lutheraners BartholomĂ€us RĂŒlich, ein „Christlicher Gegenbericht“ zum „BĂ€pstischen Römischen Jubeljahr und Ablaß“, der sich gegen den „falsch genandten orthodoxischen und summarischen Bericht“ Förners wandte, in Form von neun Predigten.cite-ref-58[58] Postwendend veröffentlichte Förner noch 1600 eine erneute Gegenschrift zur „Notwehr vnd Ehrnrettung der catholischen Religion“ gegen RĂŒlichs Werk, das der „halb lutherisch halb calvinische Predicant“ mit „Falschheit und Ehrenverletzigen Schmachworten“ in die Welt gesetzt habe. Er druckte RĂŒlichs Thesen vollstĂ€ndig ab und unternahm dann jeweils den Versuch einer Widerlegung von „Meister BĂ€rtl“, wie er seinen Gegner nannte. In der Vorrede stellte er die „LĂ€sterungen und Schimpfworte“ zusammen, die RĂŒlich benutzt habe.cite-ref-59[59]

Historische Werke

Ein großer Teil von Förners Schriften ist schließlich seinen lebhaften historischen Interessen geschuldet. Förner zielte in diesen Werken stets auf aktuelle politische und religiöse Auseinandersetzungen.cite-ref-60[60] So befassten sich seine Beneficia miraculosa (gedruckt 1620) mit der Geschichte des Marienwallfahrtsorts Marienweiher und den dort stattgefundenen Wundern, wohl nach dem Vorbild eines 1607 erschienenen Ă€hnlichen Berichts des WĂŒrzburger Weihbischofs Eucharius Sang ĂŒber die Geschichte des Wallfahrtsorts Dettelbach. In dem Werk, in der Vorrede mit einem GelĂŒbde des Autors wĂ€hrend einer Krankheit motiviert,cite-ref-61[61] hebt Förner hervor, dass Wunder wĂ€hrend der Zeit der protestantischen Herrschaft dort nicht vorgekommen seien. Gott wirke eben Wunder nicht durch Protestanten, nur rechtglĂ€ubige Katholiken könnten Gott als Thaumaturg erfahren. Wunder seien das positive GegenstĂŒck zur falschen Prophetie der Reformatoren, so die Interpretation von William Bradford Smith.cite-ref-62[62] Noch ausgreifender war die Palma Triumphalis von 1621, ein ĂŒber tausendseitiges Werk mit einer Zusammenstellung von Wallfahrtsorten in aller Welt und den dort gewirkten Heilungsgeschichten, in dem Förner erneut die Marienverehrung gegen die Reformatoren verteidigte und zudem speziell die „Pseudowunder“ der Rosenkreuzer verwarf. Das Buch war Kaiser Ferdinand II. gewidmet.cite-ref-63[63]

Zwei weitere Werke Förners sind kommentierte Editionen historischer Quellen. Mit Leopoldi De Bebenbvrg Liber I (1624) legte Förner Ferdinand II., dem das Werk gewidmet ist, die ĂŒber 250 Jahre alten Schriften des Bamberger FĂŒrstbischofs Lupold von Bebenburg ans Herz, den er als beispielhaften Vertreter einer Einheit von juristischem und politischem Scharfsinn mit religiösem Eifer darstellte.cite-ref-64[64] In seiner Edition der Sitzungsberichte und Urkunden des Wormser ReligionsgesprĂ€chs von 1557 (Historia hactenus sepulta Colloquii Wormatiensis, 1624) versuchte er zu zeigen, dass das GesprĂ€ch an der inneren Uneinigkeit der Nichtkatholiken gescheitert sei, und rief zur Einigkeit im katholischen Lager auf.cite-ref-65[65]

Die unter dem Pseudonym „Christianus Erdtmannus“ verfasste Schrift Norimberga in flore avitae romano-catholicae religionis (1629) ist eine Zusammenstellung von Quellen aus der Geschichte NĂŒrnbergs. Förner kontrastierte hier Quellen aus dem vorreformatorischen NĂŒrnberg, die das Bild einer christlichen Stadt „in der BlĂŒte der ererbten römisch-katholischen Religion“ zeichnen, mit Quellen aus der protestantischen Geschichte NĂŒrnbergs, unter anderem dem Beschluss zur Einschmelzung der KirchenschĂ€tze.cite-ref-66[66] In dem etwa gleichzeitigen Werk Relatio historico-paraenetica, unter demselben Pseudonym verfasst, beklagte er, dass die Reichskleinodien, insbesondere die Heilige Lanze, unter protestantische Herrschaft geraten seien und daher der Verehrung der RechtglĂ€ubigen entzogen seien.cite-ref-67[67] Beide Schriften zielten darauf, Material fĂŒr die Durchsetzung des im selben Jahr erlassenen Restitutionsedikts gegen NĂŒrnberg zu liefern. Sie erschienen nicht nur unter Pseudonym, sondern auch mit „nicht sinnvoll auflösbare(n) AbkĂŒrzungen“ hinter dem Namen des Verfassers, der Angabe, dieser stamme aus Straßburg, und ohne Druckort. Die offensichtlich beabsichtigte IrrefĂŒhrung bezĂŒglich des Autors war aber nicht sonderlich erfolgreich; schon im Folgejahr vermutete der NĂŒrnberger Johann MĂŒllner in einer Gegenschrift, dass Förner der Verfasser sei, der ja dann auch 1630 auf dem Regensburger KurfĂŒrstentag als Anwalt genau derselben Sache auftrat.cite-ref-68[68]

Gesamtwerk

Die veröffentlichten Schriften Förners umfassen in den Originalpublikationen an die 10.000 Druckseiten, grĂ¶ĂŸtenteils in lateinischer Sprache. Dazu kommen jedoch noch zahlreiche interne Dokumente. William Bradford Smith macht besonders auf die ProtokollenbĂŒcher aufmerksam, die unter Förners Leitung zusammengestellt wurden: 13 handschriftliche FoliobĂ€nde, die detaillierte Informationen ĂŒber die einzelnen Gemeinden des Bamberger Bistums zusammentrugen, vor allem Urkunden ĂŒber GrĂŒndungen, Stiftungen und Patronate. Dabei interessierte sich Förner besonders fĂŒr die Zeit ab dem 14. Jahrhundert; fast jeder Eintrag beginnt mit einer Bemerkung darĂŒber, ob die jeweilige Pfarrkirche in den Hussitenkriegen beschĂ€digt oder zerstört wurde. Immer wieder beschĂ€ftigten ihn die kritischen Zeitpunkte, an denen die Einheit der katholischen Kirche durch ‚hĂ€retische‘ Angriffe gefĂ€hrdet worden sei.cite-ref-69[69]

Rezeption

Friedrich Leitschuh kommentierte mehr als 250 Jahre spĂ€ter: „Wir sind die Letzten, welche Förner’s wirkliche und vielfache Verdienste verkennen, aber seine ThĂ€tigkeit in Bezug auf das Hexenwesen kann sich unseres Beifalles eben nicht erfreuen.“cite-ref-70[70]

In der Verfilmung von Sabine Weigands Roman Die Seelen im Feuer wird er von Alexander Held verkörpert.

Werke

Als Autor unter eigenem Namen

‱ Vom Ablaß und Jubeljar Orthodoxischer und Summarischer Bericht 
 Angermayer in der Ederschen Druckerei, Ingolstadt 1599. Digitalisat beim MĂŒnchener Digitalisierungszentrum (MDZ)
‱ Notwehr vnd Ehrnrettung Der Catholischeñ Religion vnd etlich jhrer fuernembsten Glaubens Articuln als vom Ablaß vnd Iubilaeo 
. Angermayer in der Ederschen Druckerei, Ingolstadt 1600. Digitalisat beim MDZ.
‱ Sendtschreiben von erschröcklichem Untergang sechs Ketzerischen Personen 
 Angermayer in der Ederschen Druckerei, Ingolstadt 1602. Zusammen mit Anon.: New/ Unerhörte/ erschröckliche/ warhafftige Wundergeschicht 
 Mitsambt einem baderbornensichem Sendtschreiben 
 Digitalisat beim MDZ. Zugleich bei Georg Neukirch, Überlingen 1602. Digitalisat der UniversitĂ€tsbibliothek Leipzig
‱ De Temulentiae Malo 
 Angermayer in der Ederschen Druckerei, Ingolstadt 1603. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Vom Übel der Trunksucht 

‱ Christliche katholische Kinderlehr fĂŒr die Jugendt deß Stiffts Bamberg 
 Horitz, Bamberg 1612
‱ Rex Hebronensis 
 Psalmus L. Miserere Mei Deus, &c ... Elisabeth Angermayer, Ingolstadt 1619. Digitalisat beim MDZ. 2. Auflage 1624, 3. Auflage 1630. Deutsch etwa: Der König von Hebron 
 Der 50. Psalm. Herr, erbarme Dich meiner 

‱ Beneficia miraculosa tam vetera, quam recentia virginis deiparae Weyerensis 
. Johannes Kinchius, Köln 1620. Digitalisat beim MDZ

‱ Übersetzung ins Deutsche von Andreas Möhr: Kurtzer Inhalt Der vornehmst- und denkwĂŒrdigsten Wunderthaten, Welche bey dem Welt-berĂŒhmbten Gnaden-Bild zu Maria Weyer geschehen 
 GĂ€rtner, Bamberg 1712. Digitalisat bei Google Books

‱ Panegyris votive gratulatoria 
 Ferdinando II., Romanorum regi inaugurato et imperatori electo. Elisabeth Angermayer in der Ederischen Druckerei, Ingolstadt 1620. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Feierliche Festrede fĂŒr Ferdinand II., König der Römer und gewĂ€hlter Kaiser 

‱ Palma Triumphalis Miraculorum Ecclesiae Catholicae, Et in primis Gloriosissimae Dei Genitricis Virginis Mariae 
 Wilhelm Eder, Ingolstadt um 1621. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Siegespreis der Wunder der katholischen Kirche, und besonders der ehrwĂŒrdigsten GottesgebĂ€rerin, der Jungfrau Maria 

‱ Duo Specula Principis Ecclesiastici, E Duorum Laudatissimorum Praesulum ac Principum 
 Ioannis Godefridi, Episcopi Bambergensis Et Herbipolensis 
 Et 
 Nythardi Episcopi Bambergensis, Praepositi Herbipolensis 
 Gregor Haenlin, Ingolstadt 1623. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Zwei FĂŒrstenspiegel des geistlichen FĂŒrsten 
 des Johann Gottfried, Bischof von Bamberg und WĂŒrzburg 
 und des Neidhardt, Bamberger Bischof und WĂŒrzburger Domprobst 

‱ Paradisus Malorum Punicorum, cum Pomorum Fructibus; Dominicae Passionis, Mortis, Resurrectionis, &c. 
 Concionibus Explicata 
 Band 1: Gregor Haenlin, Ingolstadt 1623. Digitalisat beim MDZ. Band 2: Gregor Haenlin, Ingolstadt 1626. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Ein Paradies von GranatĂ€pfeln und edlen FrĂŒchten;cite-ref-71[71] von der Passion, dem Tod und der Auferstehung des Herrn 
 in Predigten erklĂ€rt 

‱ Panoplia Armaturae Dei, Adversus Omnem Superstitionum, Divinationum, Excantationum, Daemonolatriam, Et Universas Magorum, Veneficorum, Et Sagarum, Et Ipsiusmet Sathanae Insidias, Praestigias Et Infestationes 
 Gregor Haenlin, Ingolstadt 1625/1626. Digitalisat beim MDZ (Jahreszahl 1625); Digitalisat bei der Digitalen Historischen Bibliothek Erfurt/Gotha (Jahreszahl 1626). Deutsch:cite-ref-72[72] Gottes vollstĂ€ndige WaffenrĂŒstung gegen jeglichen Teufelsdienst des Aberglaubens, der Wahrsagerei, der Zauberei und wider sĂ€mtliche AnschlĂ€ge der Zauberer, Giftmischer und Satans höchstpersönlich, und gegen all sein Blendwerk und seine Anfeindungen 


‱ Übersetzung ins Deutsche von Burghard Schmanck: DĂ€monenglaube und Zauberei im Jahre 1625. Die Hexenpredigten des Bamberger Bischofs Friedrich Förner. Traugott Bautz, Nordhausen 2015

‱ Sermones Tricesimales De Felicissimo, Ex Hac Vita Transitu, Gloriosissima In Coelos Assumptione, & Susceptione, Regia inauguratione, & Coronatione, Patrocinio, Cultu, atque Devotione, Augustissimae Hominum & Angelorum Reginae, Deiparae Virginis Mariae 
 Wilhelm Eder, Ingolstadt 1627. Digitalisat beim MDZ. 2. Auflage 1631. Deutsch etwa: Dreißiger-Predigten ĂŒber den glĂŒcklichsten Übergang aus diesem Leben, die glorreiche Himmelfahrt und Aufnahme im Himmel, die Krönung, das Patronat und die Verehrung der EhrwĂŒrdigsten der Menschen und Königin der Engel, der gottesgebĂ€renden Jungfrau Maria 

‱ Sermones de natura 
 sanctorum angelorum 
 Cornelius Leysser, Bamberg 1627. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Predigten ĂŒber die Natur 
 der heiligen Engel 


Unter dem Pseudonym Christianus Erdtmannus

‱ Norimberga, in flore avitae romano-catholicae religionis, ex antiquissimis variorum monasteriorum, bibliothecis veteribusque monumentis, graphice delineata & expicta 
 o. O. 1629. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: NĂŒrnberg in der BlĂŒte der ererbten katholischen Religion, aus den Ă€ltesten Bibliotheken verschiedener Klöster und alten Urkunden zusammengestellt und anschaulich geschildert 

‱ Relatio historico-paraenetica, de sacrosanctis, Sacri Romani Imperii, reliquiis, et ornamentis pro coronatione Romanorum imperatorum Norimbergae asservatis 
 o. O. 1629. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Mahnender historischer Bericht ĂŒber die hochheiligen Reliquien des Heiligen Römischen Reichs und Insignien fĂŒr die Krönung der römischen Kaiser, aufbewahrt in NĂŒrnberg 


Als Herausgeber und Kommentator

‱ Leopoldi De Bebenbvrg 
 De Zelo Catholicae Religionis Vetervm Germaniae Principvm, Romanorvm Regvm, Imperatorvm: Liber I ante trecentos circiter annos conscriptus, nunc e veteribus bibliothecis erutus 
 Gregor Haenlin, Ingolstadt 1624. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Des Lupold von Bebenburg Schriften ĂŒber den Eifer der alten deutschen FĂŒrsten, römischen Könige und Kaiser fĂŒr die katholische Religion, zusammengestellt nach ungefĂ€hr 300 Jahren, heute aus alten Bibliotheken ausgegraben 

‱ Historia hactenus sepulta, Colloquii Wormatiensis: Auctoritate Ferdinandi I. Romanorum Regis, Ex Decreto Omnium Imperii Statuum, Inter Veteris Catholicae Ecclesiae, Et Augustanae Confessionis Theologos, Anno. M.D.LVII, instituti, In Quo Praeter Eximios Alios Theologos, R.P. Petrus Canisius, Societatis Jesu, Philippo Melanchthoni Confeßionis Augustanae Architecto, Et Sociis Eius Comministris, Oppositus, Sic Montes Tetigit, Ut Fumigarent 
 / E Codice Manu Scripto 
 Gregor Haenlin, Ingolstadt 1624. Digitalisat beim MDZ. Deutsch etwa: Die bislang verborgene Geschichte des Wormser ReligionsgesprĂ€chs 

‱ Rosa pentaphyllata. Devotio augustissimorum V vulnerum Domini Jesu 
 Witwe des Augustinus Crinesius, Bamberg 1630. Deutsch etwa: Die fĂŒnfblĂ€ttrige Rose. Andacht ĂŒber die hochheiligen fĂŒnf Wunden des Herrn Jesus 
 Digitalisat beim MDZ

Briefe und Testament

‱ Anton Ruland (Hrsg.): Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner. Manuskript mit Abschrift von Briefen Förners an Christoph Gewold, Bamberg 1871. Digitalisat bei der Staatsbibliothek Bamberg. HV.Msc.410 ist die Druckvorlage fĂŒr die gleichnamige Veröffentlichung im Bericht ĂŒber das Wirken und den Stand des Historischen Vereins fĂŒr Oberfranken zu Bamberg : im Jahre 1871, 34.1871, S. 147–201 (Digitalisat des Bandes).
‱ Abschrift des Testamentes des Weihbischofs Friderich Förner 1630. Manuskript aus dem Karmelitenkloster Bamberg. Digitalisat bei der Staatsbibliothek Bamberg.

Literatur

‱ Pius Gams: Forner, Friedrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 7, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 157–159.
‱ Friedrich Wachter: General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg 1007–1907. Bamberg 1908, Nr. 2575 (SB Bamberg).
‱ Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg (1570–1630). In: Historisch-politische BlĂ€tter fĂŒr das katholische Deutschland, Bd. 87, MĂŒnchen 1880, S. 565–582 und 656–672. Digitalisat bei Hathitrust.
‱ Friedrich Merzbacher: Förner (Forner), Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. 270 (deutsche-biographie.de).
‱ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. In: Berichte des Historischen Vereins Bamberg 101 (1965), S. 309–528. Zugl. Dissertation UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg.
‱ Lothar Bauer: Friedrich Förner (1568–1630). In: Gesellschaft fĂŒr FrĂ€nkische Geschichte (Hrsg.): FrĂ€nkische Lebensbilder, Nr. 1 (1967), S. 182–209. Auch zugĂ€nglich ĂŒber das World Biographical Information System.
‱ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 605–607 (Germania Sacra).
‱ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg. In: Sixteenth century journal 36 (2005), S. 115–128 JSTOR (lizenzpflichtig, nach Registrierung frei).

Weblinks

‱ Druckschriften von und ĂŒber Friedrich Förner im VD 17.

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 361–365; Zitat: S. 364, Wiedergabe einer Passage aus Förners Testament.
cite-note-22. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693, S. 605.
cite-note-33. ↑ Lothar Bauer: Friedrich Förner (1568–1630). In: Gesellschaft fĂŒr FrĂ€nkische Geschichte (Hrsg.): FrĂ€nkische Lebensbilder, Nr. 1 (1967), S. 182–209, hier: S. 183.
cite-note-44. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 365–367.
cite-note-55. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 368–369. Bauer stĂŒtzt sich auf Berichte der Visitatoren und Briefe Förners und Kostenreutters an Neidhardt, die im Staatsarchiv Bamberg erhalten sind.
cite-note-66. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 369–370; Zitat: S. 370.
cite-note-77. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 370–371.
cite-note-88. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 371
cite-note-99. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 397.
cite-note-1010. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 606.
cite-note-1111. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 397.
cite-note-1212. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 606.
cite-note-1313. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 372–393.
cite-note-1414. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 402f. Bauer zitiert einen Brief des Kardinals Robert Bellarmin an Maximilian. Lateinischer Wortlaut: „propter turpitudinem vitae et in fide claudicationem“.
cite-note-1515. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 398–407.
cite-note-1616. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 407–437.
cite-note-1717. ↑ Die Stadtpfarrkirche St. Martin, auch Untere Pfarre genannt, stand damals dort, wo heute der Maxplatz ist, und wurde 1805 abgerissen. Die heutige Martinskirche am GrĂŒnen Markt, im 17. Jahrhundert als Jesuitenkirche erbaut, ĂŒbernahm damals die Pfarre und auch den Namen und das Patrozinium von der abgerissenen Stadtpfarrkirche.
cite-note-1818. ↑ Dieter J. Weiß: Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693, S. 606.
cite-note-1919. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 438–443.
cite-note-2020. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 460.
cite-note-2121. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 382–384; Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 419–422; Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg. In: Sixteenth century journal 36 (2005), S. 115–128, hier: S. 124.
cite-note-2222. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 384.
cite-note-2323. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 443.
cite-note-2424. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 448–449.
cite-note-2525. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693. Berlin/New York 2000, S. 395.
cite-note-2626. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 451–454.
cite-note-2727. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung. Olms, Hildesheim 2000 (zugl. Diss. an der UniversitĂ€t Jena 1999), S. 268–271 (Schlussbetrachtung) und passim.
cite-note-2828. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung. Olms, Hildesheim 2000, S. 50.
cite-note-2929. ↑ Friedrich Leitschuh: BeitrĂ€ge zur Geschichte des Hexenwesens in Franken. Bamberg 1883, S. 42, online.
cite-note-3030. ↑ Friedrich Merzbacher: Förner (Forner), Friedrich. In: NDB, Bd. 5, Berlin 1961, S. 270.
cite-note-3131. ↑ Wolfgang Behringer: Hexenverfolgung in Bayern. Volksmagie, Glaubenseifer und StaatsrĂ€son in der FrĂŒhen Neuzeit. Oldenbourg, MĂŒnchen 1988, S. 204.
cite-note-3232. ↑ Datierung nach Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg (1570–1630). In: Historisch-politische BlĂ€tter fĂŒr das katholische Deutschland, Bd. 87, MĂŒnchen 1880, S. 565–582 und 656–672, hier: S. 659. Wittmann kann sich unter anderem darauf stĂŒtzen, dass Förner in einer der Predigten das Jahr 1621 als das vergangene Jahr bezeichnet (Panoplia, S. 193).
cite-note-3333. ↑ Panoplia, Epistula dedicatoria; Paraphrase in Anlehnung an Schmancks Übersetzung.
cite-note-3434. ↑ Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg. In: Sixteenth century journal 36 (2005), S. 115–128, hier: S. 118.
cite-note-3535. ↑ Vgl. etwa ein Zitat aus einem Vortrag von Norbert Jung in Katja Auer: Gemartert und verbrannt, in: Die Welt, 10. Februar 2013, online: „Wohlan denn, du von Gott eingesetzte Obrigkeit, genau hier wird von dir die ErfĂŒllung deiner hochheiligen Pflicht eingefordert: 
 klage an, reiße aus und verderbe, zĂŒchtige und beseitige solcher Art Seelenpest 
“. Die zitierte Stelle ist eine Übersetzung des Abschlusses von Förners zweiter Predigt, Panoplia, S. 29.
cite-note-3636. ↑ Panoplia, S. 87–88. Auch Anton Ruland weist auf diese Verarbeitung des Fauststoffs durch Förner hin: Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 162.
cite-note-3737. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 116–118. Bei dem VierzehnjĂ€hrigen handelte es sich um Hans Morhaubt, den Sohn von Christina Morhaubt.
cite-note-3838. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 456.
cite-note-3939. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 141.
cite-note-4040. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 106 und 305; Quelle: Malefizprotokollbuch 1622 im Bundesarchiv, Außenstelle Frankfurt/Main, FSg. 2/1 – F6.
cite-note-4141. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 140–141.
cite-note-4242. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 456; Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693, S. 424.
cite-note-4343. ↑ Soldan-Heppe: Geschichte der Hexenprozesse. Neu bearbeitet und herausgegeben von Max Bauer. Zweiter Band. Georg MĂŒller, MĂŒnchen und Leipzig 1911. Dort S. 2: „Weihbischof Förner ließ fĂŒr Bamberg ein eigenes ‚Hexenhaus‘ errichten.“ Die gesamte Passage ĂŒber das Hexenhaus fehlt in den frĂŒheren Auflagen, ein Beleg fĂŒr Förners Urheberschaft ist nicht angegeben. Neuere Autoren beziehen sich direkt oder vermittelt ĂŒber andere darauf, ein Quellenbeleg findet sich jedoch nirgends. So hat Lothar Bauer diese Angabe wohl einem Aufsatz Friedrich Merzbachers entnommen, der wiederum Max Bauer als Beleg angibt. Dieter J. Weiß belegt mit einem Eintrag in den KunstdenkmĂ€lern von Bayern: Tilman Breuer: Abgegangenes Malefizhaus (HexengefĂ€ngnis). In: Tilman Breuer und Reinhard Gutbier: Stadt Bamberg – Innere Inselstadt, 1. Halbband (= Die KunstdenkmĂ€ler von Bayern – Stadt Bamberg; 5). Oldenbourg, MĂŒnchen 1990, S. 244–246. Doch Breuer zitiert hier wiederum Lothar Bauer.
cite-note-4444. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 457–459; Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 169–171.
cite-note-4545. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 459.
cite-note-4646. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 460–468.
cite-note-4747. ↑ Britta Gehm: Die Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und das Eingreifen des Reichshofrates zu ihrer Beendigung, S. 246 (Gehm beruft sich auf den Bestand Msc. 148 der Staatsbibliothek Bamberg, Nr. 625a); Wolfgang Behringer: Hexenverfolgung in Bayern. Volksmagie, Glaubenseifer und StaatsrĂ€son in der FrĂŒhen Neuzeit. Oldenbourg, MĂŒnchen 1988, S. 329. Behringers Annahme, dass Förner eigens zu diesem Zweck nach Regensburg gereist sei, ist allerdings mit den Befunden Bauers und Gehms kaum in Übereinstimmung zu bringen.
cite-note-4848. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 469–471.
cite-note-4949. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg. Bamberg 1964, S. 366.
cite-note-5050. ↑ Anton Ruland (Hrsg.): Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 153f.; Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg, S. 569.
cite-note-5151. ↑ Die folgenden Beschreibungen orientieren sich an den kommentierten Schriftenverzeichnissen von Anton Ruland: Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 149–164, und Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 495–526, sowie den Bemerkungen in Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg.
cite-note-5252. ↑ Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg, S. 569.
cite-note-5353. ↑ Zitiert nach Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg, S. 658f.; Sermones de natura 
, Dedicatio.
cite-note-5454. ↑ Patrizius Wittmann: Friedrich Forner, Weihbischof zu Bamberg, S. 659.
cite-note-5555. ↑ Dieter J. Weiß: Das exemte Bistum Bamberg 3: Die Bischofsreihe von 1522 bis 1693, S. 395.
cite-note-5656. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 511. Dass die Rede im Bamberger Dom gehalten wurde, erwĂ€hnt Anton Ruland: Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 155.
cite-note-5757. ↑ Thomas Kaufmann: Konfession und Kultur. Lutherischer Protestantismus in der zweiten HĂ€lfte des Reformationsjahrhunderts. Mohr Siebeck, TĂŒbingen 2006, S. 443, 446; William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 119.
cite-note-5858. ↑ BartholomĂ€us RĂŒlich: Christlicher Gegenbericht Von dem BĂ€bstischen Römischen JubelJahr und Ablaß 
 Darinnen gegen dem Liecht Göttliches Worts gehalten werden Die Bulla der Publication und etliche fĂŒrnehme Artickel auß dem falschgenandten Orthodoxischen unnd Summarischen Bericht, den davon in Druck gegeben hat Friderich Forner 
. Johann Saur, Frankfurt am Main 1600. Digitalisat beim MĂŒnchener Digitalisierungszentrum.
cite-note-5959. ↑ Anton Ruland (Hrsg.): Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 151.
cite-note-6060. ↑ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 116–117.
cite-note-6161. ↑ Anton Ruland (Hrsg.): Briefe des Bamberger Dompredigers und spĂ€teren Weihbischofs Friderich Forner, S. 154.
cite-note-6262. ↑ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 124.
cite-note-6363. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 508; William Bradford Smith: Resisting the Rosicrucians. Theories on the Occult Origins of the Thirty Years’ War. In: Church History and Religious Culture, Jg. 94 (2014), Heft 4, S. 413–443.
cite-note-6464. ↑ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 121.
cite-note-6565. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 512.
cite-note-6666. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 512–513.
cite-note-6767. ↑ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 120–121.
cite-note-6868. ↑ Lothar Bauer: Die Bamberger Weihbischöfe Johann Schöner und Friedrich Förner. BeitrĂ€ge zur Gegenreformation in Bamberg, S. 513–516; Zitat: S. 513.
cite-note-6969. ↑ William Bradford Smith: Friedrich Förner, the Catholic Reformation and witch-hunting in Bamberg, S. 116–117, 125.
cite-note-7070. ↑ Friedrich Leitschuh: BeitrĂ€ge zur Geschichte des Hexenwesens in Franken. Bamberg 1883, S. 56, online.
cite-note-7171. ↑ Zitat aus dem Hohen Lied 4,13.
cite-note-7272. ↑ Übersetzung nach Burghard Schmanck, Leseprobe der Übersetzung auf bautz.de.